Wednesday, September 12, 2007

Dubito ergo sum

25 comments:

peter said...

Wenn man es als Witz verstehen darf, dann ist es ein subtiler Hinweis auf Ihre "zwiespältigen" Experimente... : )

Wenn es als Zitat verstanden werden darf, dann ist es Augustinus XI.Buch/26 ...

http://www.unifr.ch/bkv/kapitel1929-25.htm

Es kommt darin auch die Farbe und das Riechen vor... bestimmt ein Zufall

Oder Sie sind originär zum selben Schluss gekommen wie Augustinus... dann wäre aber diese Erkenntnis (Quelle) irgendwie determiniert?

Aber wahrscheinlich heißt es einfach nur das, was es heißt:
"ich zweifle, also bin ich"

oder vielleicht doch ganz was anderes ... ???

peter said...

Möge Gott den Philosophen die Einsicht geben in dasjenige, was vor aller Augen liegt.
Das Gute liegt so nah... das Zitat stammt doch auch von Descarte.

colorspace said...

Ist Zweifeln eine Form des Denkens?

Wenn wir uns als denkend wahrnehmen, wer sagt, daß diese Wahrnehmung, und dieses Denken, eine simple Einheit sind, und das es angemessen ist, bei beidem einfach von "Ich" zu sprechen?

Manchmal denken wir mehr als wir wollen, oder über etwas anderes, als wir wollen. Sind das "Denken" und das "Wollen" dann noch eine Einheit? Ist der, der merkt daß er über etwas anderes denkt als er wollte, mehr der, der denkt, oder mehr der, der wollte? Da haben wir schon drei! :)

Anonymous said...

@ Da haben wir schon drei! :)


Der Wunsch als Vater des Gedanken?

peter said...

salopp formuliert holt sich der Denkende die zu Unterschiedlichen Zeitpunkten "eingeprägten" Wahrnehmungen in die Gegenwart (vergegenwärtigen), versucht sie sich vor Augen zu führen oder in Einklang zu bringen oder Sicherheit über die Zukunft zu erlangen.

Wolfgang Gibisch (gibisch@gmail.com) said...

Ich denke: bevor man Diskussionen beginnt, die "mittendrin" anfangen, sollte man zuerst Grundsätzliches klären.

Ein Jeder von uns muss sich doch erst einmal fragen, ob er das Nachdenken über diese Dinge aufgeben KÖNNTE, falls sich herausstellen würde, dass dieses Denken nicht der richtige Weg zur Erkenntnis des "grossen Einen" ist.

Wer dies nicht aufgeben könnte ist nicht frei und kann daher niemals zu einem vernünftigen Schluss kommen.

Nur wer sich sicher (!) ist, dass er das Nachdenken über das Leben komplett aufgeben könnte, sollte als nächstes klären, ob Worte zur Beschreibung des "grossen Einen" überhaupt tauglich sind.

Meiner Erfahrung nach gibt es nur unsichere Anzeichen die dafür sprechen, jedoch einige sichere Anzeichen dagegen.
Eines dagegen ist mein früheres Beispiel mit dem Kind und dem Käfer.
Oder auch die Frage:
Hat ein gesprochenes Wort, oder sogar ein gedachtes Bild eines persönlichen Erlebnisses auch nur ansatzweise die Kraft, die das Erlebte hatte als es erlebt wurde?

Das Ergebnis scheint mir zu sein, dass das Leben, oder Erleben, niemals in Worte passt! Wer dieses begriffen hat, spricht nurnoch in Symbolen, bei denen das Gemeinte eben NICHT das Gesagte ist, sondern das Gemeinte quasi "zwischen den Zeilen" liegt, welches erst mit Leben gefüllt werden muss von jedem Einzelnen, der das Symbol verstehen will!

Wenn man noch einen Schritt weitergehen kann, wird man merken:
Wer so frei ist, nicht mehr nachdenken zu MÜSSEN, der wird es auch nicht mehr tun. Er wird das Erlebte so akzeptieren und hinnehmen wie es ist. Nur auf diese Weise kann er daraus lernen. Für mich persönlich war mein Freiheitsgefühl zu jeder Zeit umgekehrt proportional zur Intensität meines Nachdenkens und folglich Zweifelns über das Leben.

Ja, das sind für mich deutliche Wegweiser.

peter said...

Der Zweifel...
...vielleicht die Differenz zwischen der Welt wie sie ist und der Welt wie sie sein sollte.

... vielleicht ist es das Bewußtwerden der Abweichung von der Natur der Dinge.

... ein Wesensmerkmal dieser inneren Stimme, die uns sagt was gut und richtig ist, und was nicht. Und diese Stimme ist umso klarer, je aufmerksamer diese Welt wahrgenommen wird und je umfassender das Wissen über diese Welt ist.
Wissen schafft Gerechtigkeit.

... womit wir wieder beim Abwägen bzw. beim Bewußtwerden eines Ungleichgewichtes sind.

peter said...

@"zwiespältige" Experimente...

http://www.youtube.com/watch?v=x_tNzeouHC4&mode=related&search=

Aber ich muss gestehen:
Wirklich verstanden hab ich es leider noch immer nicht... : (

peter said...

Are your ready for more dimensions?

Ein wirklich nettes Video als Nachtrag zur Gott-Naturwissenschaftendiskussion zum Verständnis jener Dimensionen über die wir nicht zu sprechen in der Lage sind und in denen sich ein etwaiger Schöpfergott bewegen könnte.

peter said...

@ Are your ready for more dimensions?

http://www.youtube.com/watch?v=BWyTxCsIXE4&mode=related&search=

florian said...

Alle teilchen im Universum beim Urknall verschränkt? :)
http://www.youtube.com/watch?v=6Dq454iFp2c

peter said...

@Info von florian

: )

florian said...

Hab ich mir ja schon gedacht:)(siehe Frage in "Gott und die Naturwissenschaften"). Was bedeutet das für uns? Das das ganze Universum mit allem Inhalt zusammenhängt und jedes Teil (Teilchen) auf alle anderen einwirkt.
"Alles ist eins"!

peter said...

instantly... augen blick lich

Anonymous said...

Eine etwas lyrische Schlussfolgerung: In direkter Sicht berührt uns das Universum.

Andrea said...

Brian Greene: „Physiker verbringen einen Großteil ihres Lebens im Zustand der Verwirrung.“ Immerhin tröstlich, daß das offenbar allen Physik-Interessierten von der untersten bis zur obersten Ebene so geht. Davon abgesehen, ist Zweifel ein „Beweis“(?) des Seins, auf den ich oft gut verzichten könnte. Zweifel kann quälend sein – und dazu manchmal unnötig.

Andrea said...

Vielleicht geht es hierum:
http://www.waldzell.org/site?page=200
Dürfte manche interessieren. Ich halte mich mit passenden Kommentaren (noch) zurück.

colorspace said...

Ich weiss nicht worauf "Zweifel" sich wirklich bezieht. Auf jeden Fall finde ich es gut, zu fragen, nichts als gegeben zu nehmen, hinter den "Vorhang" schauen zu wollen. Das heißt für mich: zu forschen. Gleichzeitig ist das Subjektive, das Bewußtsein, für mich eine Realität, die in dieser einfachen Art keinen "Glauben" erfordert, sondern ebenfalls zum Froschen anregt. Dennoch gebe ich zu, daß mit zunehmender Klarheit über die Realität des Bewußtseins auch daß Vertrauen wächst, daß der Tod nicht nur ein Ende, sondern auch ein Anfang ist.

Andrea said...

@ Ich weiss nicht worauf "Zweifel" sich wirklich bezieht.
Natürlich nicht, keiner weiß das, wie denn auch. Ich habe noch nie begriffen, worum es hier wirklich geht(jedenfals nicht sicher). Mag sein, daß uns das auch nicht unbedingt immer etwas angeht - gut; nur brauchen wir uns dann nicht vorzuwerfen, es wieder einmal nicht getroffen zu haben. Die ewigen Rätsel ohne „Auflöung“ sind schon manchmal etwas deprimierend. Ich zweifle eben auch reichlich an allem Möglichen, aber ich kann das nicht ganz so rosig sehen wie auf der Waldzell-Seite, auf die ich oben verwiesen habe.

zeilinger said...

Also auf Waldzell hat sich das sicher nicht bezogen. Dort zu wenig Selbstzweifel. Zu viel klares Selbstbewusstes in Richtung Weltverbesserung.
War eigentlich wirklich als Weblog Eintrag gemeint. Also Ausdruck eigener Befindlichkeit.
... der Dalai Lama ist da natürlich die Ausnahmerscheinung

peter said...

@Waldzell
hab mich also für mehrere Stunden ins Auto gesetzt um dann für 20 Minuten den Daleilama zu hören.
Hier mein Bericht:
Beeindruckend war jedenfalls die Stiftskirche von Melk (viel Marmor und üppig Gold, großflächige Fresken, bizarre Reliquien)
ca. 500 Personen haben sich in der Kirche verteilt (davon 100 Ordner, Polizei, Bodygards)
Alle sind plötzlich aufgestanden und eine Traube von Menschen (wie ein Bienenschwarm mit der Bienenkönigin mittendrinnen) ist ganz langsam hereingewuselt. Nachdem dann alle saßen, sang "eine weiblich Stimme aus Tibet".
Ja, sehr schön, wie so vieles was mit dieser Stimme mitgeschwungen ist. Plötzlich hatte ich die Bilder die man halt so von Tibet hat vor mir; Die schneebedeckten Berge, klare frische Luft, die Steinehaufen und die Fähnchen und Bänder. Menschen um den dampfenden Topf mit Buttertee. Ausgezehrte Tiere, rote Wangen, dunkle Augen, bunte Hauben. Aber auch Wehmut schwang in dieser Stimme mit. Und damit auch die Gängelung und Unterdrückung durch China.

Danach sprach der Daleilama. Und das war teilweise ein bisschen verstörend und ungewohnt. Es schien als wäre er nicht vorbereitet. Unterbrochen von mehrmaligem lauten Kichern meanderte seine Rede dahin. Sein heiteres Gemüt lockerte die Stimmung im Raum.
Leider war sein Englisch durch seine Aussprache und wohl auch durch die Technik sehr schwer zu verstehen, sodass nur wenige Wortfetzten tatsächlich meinen Verstand erreichten. Irgendwie fatal, dachte ich mir, dass jemand der so gewichtiges zu sagen hat, kaum zu vertehen ist.
Einer seiner Gedanken war (ohne Gewähr), dass man darauf achten sollte, wie man sein Leben lebt und was man tut, denn das prägt auch das eigene denken. Richtiges Leben zieht richtiges Denken nach sich...
danach wurden Fragen aus dem Puplikum beantwortet. Unter anderem ob auch eine Frau der nächste Daleilama werden könnte...
danach haben bedeutende Persönlichkeiten und Vertreter verschiedener Religionen gemeinsam Kerzen entzunden und in ein Sandbett gesteckt.
Das hatte schon was. Eine gute Symbolik.
Dann wurde noch gemeinsam gesungen. Wenige waren aber dabei, die wirklich einstimmten.
Zum Schluss wuselte der Schwarm langsam wieder hinaus und der Zauber war vorbei. Eine Schar von Tibetanern? einschließlich Kindern tippte noch mit der Stirn auf den Sitzpolster auf dem der Daleilama gesessen war.

Zurück blieben die brennenden Kerzen im Sand und ein Gefühl von Unbehagen.

zeilinger said...

Ja, der Dalai Lama ist eine sehr beeindruckende Persönlichkeit. Eine zentrale These ist, dass man selbst es ist, der am meisten darunter leidet, wenn man negative Gefühle gegen jemand Anderen hegt. Allerdings ist ein Punkt wichtig: Er ist auch ein sehr rational und logisch denkender Mensch, der die westlichen Naturwisenschaften durchaus mag. Keine Spur von der diffusen mystifizierenden Antirationalität, die buddhistische Westler oft haben

Andrea said...

Es gefällt mir, daß der Dalai Lama die Naturwissenschaften mag. Nach meinem Eindruck kann man das im Westen, zumindest in Deutschland, von vielen Menschen nämlich nicht sagen. Die Skala reicht von ungeniert eingestandenem Desinteresse über Abneigung bis zur Geringschätzung auch derer, die sich für die Naturwissenschaften interessieren. Man muß sich herablassende „Belehrungen“ wie „es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde…“ gefallen lassen, dazu abstruse Vorwürfe wie „zu (!) logisch“ zu denken, ein „reiner Verstandesmensch“ zu sein (nicht zu fassen). Hätte ich mein Herz für die Esoterik entdeckt, wär´mein Leben leichter: Es gibt viele Gleichgesinnte, dazu zahlreiche Volkshochschulkurse für Astrologie oder Pendelpraxis, und in den Buchhandlungen kann man die reichhaltige Esoterik-Abteilung wegen der oft dort angebotenen Duftöle schon von ferne riechen. Ich nicht.
Und spätestens dann, wenn es um die Behandlung von Krankheiten geht, kann der Hang zum Irrationalen wirklich gefährlich werden.

Andreas said...

Noch ein kurzer Kommentar zum Video

http://www.youtube.com/watch?v=x_tNzeouHC4&mode=relate

(Dr. Quantum über das berühmte Doppelspaltexperiment).

Ich finde es schade dass es nicht mehr von dieser Sorte gibt. Man stelle sich vor, ein ganzer Kurs über Quantenphysik, zu jeder Vorlesung so ein Video. Ich bin mir ganz sicher, dass das das Verständnis vieler Studenten WESENTLICH erhöhen würde (schon on meiner eigenen Studenzeit in Zürich habe ich das nach ganz besonders abstrakten Vorlesung zur Quantenphysik immer vermisst, aber damals kam das Internet gerade erst auf.

Ein anderes Beispiel für gutes Material zur Ausbildung in Quantenphysik ist die Serie "Visual Quantenphysics" welches vor einiger Zeit an der TU Graz entwickelt wurde.

http://www.kfunigraz.ac.at/imawww/vqm/index-ge.html

Meine persönliche Meinung: Wenn ein Student es nicht mit eigenen Worten anschaulich erklären kann, was wirklich vor sich geht, hat er es nicht richtig verstanden. Da hilft ihm die beste Formelsammlung nichts. Gerade solche visuelle Darstellungen sind hier exzellent.

Andrea said...

@ Anschauliches Erklären

Morgen findet die European Researchers´ Night 2007 statt; in Mainz wird u. a. „Heiße Quanten und kalte Atome – "Coole" Experimente zum Anfassen“ angekündigt – in einer Sprache, daß sich das Gefieder sträubt: Der Text ist meiner Meinung nach unsinnig kompliziert und manchmal (sprachlich) schlicht falsch. Sollte, wer klar denken kann, nicht ebenso formulieren können? Zugegeben, das ist nicht einfach und kostet Zeit, selbst wenn es dabei zunächst noch nicht um guten Stil geht. Ich habe keine Ahnung, wer diese Ankündigung verfaßt hat; die Experimente werden wohl von Lehramtsstudierenden durchgeführt. Wenn zukünftige Schüler einmal nicht alles verstehen, sollten sie die Ursachen dafür nicht ausschließlich bei sich selbst suchen.