Thursday, March 13, 2008

Kreative Gastrolinguistik

Zitat aus der Speisekarte eines AUA Fluges
"... an gekräutertem Rind". Diese Kreativität ist beachtlich.
Ein neues Verbum ist geboren.
Ich kräutere
Du kräuterst
Er kräutert
.
.
.
Und wenn das Rind Kräuter frisst, dann ist es ein selbstkräuterndes Rind.
Und am Ende des Selbstkräuterungsprozess steht es glücklich da als endlich gekräutertes Rind.
Ja, ja, alles ist contextuell. Oder, wie schon Groucho Marx sagte, später übernommen von Noam Chomsky:
Time flies like an arrow
Fruit flies like a banana

18 comments:

Stefan said...

And a quantum flies like a little bit...!?!?:-)))

Stefan said...

Habe vorhin mal geschaut, was bit noch so bedeuten kann. Das Quantum könnte diesbezüglich sogar wie ein Bohrmeißel oder gar wie ein Gebiss fliegen (natürlich beides very little und kaum zu erkennen).

florian said...

Erinnert mich ein bisschen an Hugo Wiener:
Wie dekliniert man Hauptwörter?
Nagasaki: Ich nag a saki, du nagst a saki, er nagt a saki, usw...

Andrea said...

@ Time flies

Das tut sie leider. Das heißt, tatsächlich tut sie es wohl nicht. Faszinierende Erkenntnis, aber für das Dasein eher unbrauchbar.

Andrea said...

Mir gefällt immer wieder ein Zitat von Groucho Marx, das ich aus der „Anleitung zum Unglücklichsein“ kenne: „Es würde mir nicht im Traum einfallen, einem Klub beizutreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen.“ So wird es nie was werden.
Mein Gehin produziert auch immer irgendwelche wunderlichen Zusammenhänge, ohne daß ich allerdings auch gleich an sie glauben würde. Hier habe ich mich schon mal ernsthaft nach einem Zusammenhang zwischen diesem Spruch von Marx und der Mengenlehre gefragt. Ein Klub, der Marx zusagen würde, wäre also die Menge K aller Marx und Gleichgesinnten, für die gilt, daß sie eben nicht Element von K sind? Ich sollte es lieber lassen.

peter said...

viel interessanter erscheint mir, was sich denn nun an das arme gekräuterte Rind schmiegen musste?

Wohl die Beilage...
drum heißt sie auch so.

Vielleicht ein handgewuzelter Semmelknödel...

oder ein unter freiem Himmel gezogenes Salatblatt...

Pommes aus Naturkartoffeln...

Kitzbüheler Kaiserspätzle im eigenen Saft...

hauchzarte Mandarinenspeigerln mit originalem Fruchtfleisch...

AUweiA

Andrea said...

Zur Kreation neuer Verben (ist aber nicht von mir): Im Reading Room der FAZ „walsert“ es zur Zeit kräftig. Sogar die Heidenreich ist hingerissen diesmal.

Norbert said...

@stefan
...Nahtoderfahrene berichten über völlig neue, ungewohnte Farbeindrücke ...

Kein Wunder:
1. Wir sehen nur einen kl. Ausschnitt aus dem Spektrum.
2. Der Mensch kann gar keine Farben sehen. Er nimmt nur die Helligkeit in 3 groben Spektralbereichen (RGB) auf. Die Farbeindrücke sind gerechnet(Geschätzt). Er "sieht" dadurch sogar Farben die gar nicht da sind (Bildschirme mit RGB System). Ich habe jahrelang CCD-Kameras entwickelt und gebaut, alles Lug und Trug, vergiß die Prospekte...

Edgar said...

Spannend, der Sprachwandel! Im Niederländischen ist es übrigens gang und gäbe, aus Hauptwörtern Tätigkeitswörter zu bilden, so heißt es tatsächlich "ik ben aan het internetten" wörtlich: "Ich bin am internetten."

colorspace said...

@norbert: 2. Der Mensch kann gar keine Farben sehen. Er nimmt nur die Helligkeit in 3 groben Spektralbereichen (RGB) auf.

Besonders wenn der Mensch träumt, denn dann sieht er noch nicht mal Spektralbereiche.

Und wir glauben immer noch, dass Farben etwas mit elektromagnetischen Frequenzen zu tun haben.

Alles Humbug.

peter said...

http://science.orf.at/science/news/151087

Zitat ;-))

Großer Beitrag der Quantenphysik

Zum erfreulichen Abschneiden der heimischen Physiker haben die Forschungen der Quantenphysik nachweislich einen wesentlichen Beitrag geleistet.

So können allein die fünf wissenschaftlichen Leiter des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Blatt, Briegel, Grimm, Zeilinger und Zoller über ein Drittel der österreichischen Zitierungen (fast 40.000) auf sich vereinen. Diese Zitate beziehen sich auf über 800 Publikationen der fünf Wissenschaftler.

Zwei Arbeiten besonders interessant

Zwei Arbeiten haben besonderes Interesse der internationalen wissenschaftlichen Gemeinde hervorgerufen, hieß es dazu seitens des IQOQI: Im Jahr 1995 veröffentlichte Zoller gemeinsam mit Ignacio Cirac einen Vorschlag für den Bau eines Quantencomputers. Zwei Jahre später konnte Zeilinger in Innsbruck erstmals die sogenannte Teleportation mit Lichtteilchen demonstrieren. Beide Veröffentlichungen wurden bis heute über 1.200 Mal zitiert.

Erfolgsrezept: Bündelung der Kräfte

Blatt führt die Erfolge der österreichischen Quantenphysiker vor allem auf die Bündelung der Kräfte zurück. Innerhalb eines Jahrzehnts sei "eine schlagkräftige Gemeinschaft von Physikerinnen und Physikern" entstanden, die sich auch mit internationalen Maßstäben messen lasse.

Zitat Ende ;-)

Bravo!

Norbert said...

@peter
Und wie bündeln wir jetzt die Kräfte auf anderen Gebieten als der Quantenpysik? Martin Tajmar geht schon im Ausland hausieren..

colorspace said...

@Humbug

Ha, welch Zufall: Der in obigem Original-Post erwähnte Noam Chomsky hat zur deutschen Wikipedia Seite über "Humbug" (siehe mein obiger Beitrag) diesen Satz (indirekt) beigetragen:

"Farblose grüne Ideen schlafen zornig."

Passt doch wieder alles zusammen, :)

Edgar said...

Ich frage mich gerade, wie der Fachausdruck heißt, "verbisieren" vielleicht? Und wie man das Hauptwort "Gott" verbisieren könnte? "Gott spielen" vielleicht? Ich spiele Gott, Du spielst Gott, wir spielen Gott?
Wissenschaftlern wird das ja manchmal nachgesagt...

Anonymous said...

"Autoherbalisation" - klingt doch toll, und lässt sich wohl nicht nur auf kräuterfressende Rinder, sondern wohl auch auf so manchen kräuterrauchenden Menschen anwenden :D

Andrea said...

Vorhin ist mir ein originelles Verb wieder eingefallen: „plutoed“ für „herabgestuft“. Es wurde erfunden, nachdem Pluto im Sommer 2006 zum Zwergplaneten degradiert worden war. Die Begriffe „Pluton“ und „Plutoid“ für bestimmte Zergplaneten wurden diskutiert, aber nicht eingeführt.

Anonymous said...

TIME FLIES ist ein schön schwere- oder bodenloser parabel-kalauer:
obstfliegen als banane -
oder:
obst fliegen kannst, bananenweise?

matt said...

Bisher kannte ich es als:

Time flies like the wind
Fruit flies like bananas

Aber das Ergebnis scheint wohl das Gleiche, je nachdem, wie man Zeit "an sich" wahrnimmt oder definiert.