Saturday, March 31, 2007

Katze und Sprache, eine Frage

Wenn wir also akzeptieren, dass bei Quanten unsere Sprache versagt, worüber können wir dann sprechen? Halt ich mir die Augen zu, darf ich über nichts mehr sprechen - abgesehen von den anderen Sinnen ... So kanns ja nicht sein. Also Frage ans Publikum: Wann kann ich über eine Katze sprechen?

37 comments:

schnellerbitte said...

nicht so schnell bitte

Hosch said...

Naja, im Alltag ist das ja an sich eh nicht soo das Problem (abgesehen von vielen vielen Mißverständnissen). Die Sprache versagt in der Physik gerade in "moderneren" Theorien, da die Objekte so abstrakt werden, dass es einfach kein damit assoziierbares Bild mehr gibt. Dann kann man vielleicht über etwas Bildliches nicht mehr sprechen, aber über das abstrakte Objekt schon noch. Das man sich darunter nichts konkretes unbedingt vorstellen können muss seh ich nicht als Problem, man kann ja trotzdem ein Gefühl für dessen Eigenschaften entwickeln, bzw. das Verhalten unter bestimmten Gegebenheiten. Bestes Beispiel ist wohl die Dualität von Welle und Teilchen.

Es versagt vllt. die bildliche Sprache, aber die formale nicht.

Auch ists nicht so tragisch obs die Dinge von denen wir reden wirklich gibt oder nicht, natürlich wär es wünschenswert wenn es so wäre. Aber ob ein Quark nun tatsächlich "Flavor" hat, ist letztendlich egal, wichtig ist nur die Frage ob dies eine charakteristische Eigenschaft des Objekts "Quark" ist. Der Name dafür ist eher zweitrangig. Wichtig ist das die grundlegenden Eigenschaften irgendwie erkannt werden, und in welchen Ausprägungen es sie gibt.

Das Quark, oder die Katze, ist dann eben jenes Objekt das vorliegt, wenn hinreichend viele Eigenschaften gemessen werden können.

Anonymous said...

wenn sie nicht entkommmen kann

Anonymous said...

@Wann kann ich über eine Katze sprechen?
wann immer ich das Bedürfnis danach habe und etwas zu sagen habe

or-om said...

Da ein Hinweis (link) auf Arbeiten auf Websites bereits als Advertisment gewertet wird (es könnte auch die den Funktionen des Netzes sehr entsrpechende Erleichterung der Ausführung von Gedanken dienen und damit umständliche Erläuterungen ersparen) , wollen wir versuchen die Frage kurz und genau auf den Konnex bezogen zu behandeln. Was heißt es, ich spreche über ein Katze?

Die Frage wie wir was erkennen, wird bekanntlich in den unterschiedlichen Erkenntnisschulen auch innerhalb der Physik unterschiedlich gesehen. (Naiver Empirismus, Kritischer Realismus, transzendentaler Idealismus [heute in seinen Varianten des Konstruktivismus, den scheinbar auch A.Z. vertritt]) usw. Wenn ich über eine Katze spreche, geschieht folgendes: Ich habe mir die Augen verbunden, öffne sie und blicke. Auf meine Netzhaut fallen Lichtwellen, es entsteht eine völlig ungeordnete, amorphe, noch chaotische Ansammlung von Sinnesqualitäten (E). Diese werden mittels von den Sinneseindrücken unabhängigen Leistungen der Phantasie (D) und durch Begriffe (C) unter denen auch diejenigen von Raum und Zeit und der "Logik"sich befinden, zu einem Bewusstseinskonstrukt integriert, wobei diese *Integrationsleistung der Vielfalt der Sinneseigenschaften* auf dem Auge E mittels D und C ebenfalls wieder über Begriffe erfolgt. (Das geschieht auch wenn ein Huhn auf das hinsieht, was wir dann "Katze" nennen.)
Die Herstellung des Erkenntniskonstruktes "Katze" setzt aber natürlich im weiteren voraus, dass ein Kleinkind, welches das erste Mal ein "Katze" konstruiert, neben den bisher erwähnten Begriffen C auch noch über seine Eltern die Sprachbegriffe einer bestimmten Sprache C(s) wiederum wie bei der Konstruktion der "Katze" über Höreindrücke des Ohres E(h) Phantasieleistungen D(h) und allgemeinere Begriffe C lernt, dass man das Bewusstseinskonstrukt "Katze" als ""Katze"" bezeichnet. Ein Kind in England lernt hierzu ""Cat"" usw. (Auch ein Huhn bildet ein Bewusstseinkonstrukt "Katze" aber bestimmte Zusatzleistungen des Menschen, nämlich Erkenntniskonstrukte in Sprachbegriffen C(s) zu bezeichnen, gelingt ihm nicht).

Der Konstruktivismus, der hier entsteht, und den A.Z. auch gegenüber der naiveren Auffassung Einsteins vertritt, hat aber das große Problem, mit JEDEM WECHSEL DER BEGRIFFE C, die wir bei der Konstruktion von Bewusstseininhalten für die Verarbeitung von "amorphen" Sinnesqualitäten E mittels Phantasie D benützen, zu jeweils anderen INHALTEN zu gelangen. Niemand besitzt einen Maßstab, um zu sagen, diese KonstruktINHALTE sind "besser" oder "wahrer" als andere. In der Physik lösen sich daher auf der Ebene dieses Konstruktivismus die Sprachen, mit denen wir über das Konstrukt "Katze" reden ab und auch die Frage, ob es hierbei eine Evolution der Konstruktinhalte gibt, muss offen bleiben, da jeder Inhalt dieser theoretisch unendlichen Meta-Theorien selbst wieder ein auf die benützen Begriffe hin relatives Bewusstseinkonstrukt ist. Wir sind wie die Fliege bei Wittgenstein im Glas gefangen. Da keine Links auf andere Seiten zulässig sind, hier nur die Frage: Gibt es aus diesem heiklen Dilemma einen Ausweg? Wir sagen ja.

MovGP0 said...

Ein Ausweg aus dem Wittgenstein-Dilemma:
There is no spoon.

Anonymous said...

;-)

baumschüler said...

Die Bäume wachsen auch, wenn man nicht hinsieht. So auch die Blumen, die Katze die Sprache und der Geist

or-om said...

Baumschüler schrieb: Die Bäume wachsen auch, wenn man nicht hinsieht. So auch die Blumen, die Katze, die Sprache und der Geist".
Nun sind wir bei der wichtigen Frage: Existiert die Welt jenseits menschlicher Konstrukte von Welt. Wir sagen ja, aber wie sollen wir die "Quelle" dessen finden, was die Welt "jenseits" menschlicher Bewusstseinskonstrukte "laufen lässt"?
Können wir zur Quelle gelangen, in der die Welt und unsere Bewusstseinskonstrukte von Sinneseindrücken von der Welt enthalten sind?

Übrigens hier noch ein schönes Katzengedicht von Hans Magnus Enzensberger:
'Lautlos versichert die Welt mir,
Dass sie da ist, geduldig,
Augenblicklich, immer von neuem:
Der Staub, in der Hitze flimmernd,
Auf dem Daumen der Hammer,
Mit ihren Krallen die Katze,
Auch jene fliehende Wolke dort,
Die der Wirklichkeit
So leicht keiner nachmacht.
Sie fragt nicht nach euch,
Liebe Mystiker, äußert sich nicht,
Wenn ihr sie wieder einmal
Für Augentrug haltet.
>Konstruktivismus<
Philosophengemurmel.
Sie hört nicht auf euch, die Welt
Mit ihren Katzenaugen.
Sie lässt euch reden, geduldig,
So lang, bis sie zuschlägt
Mit ihren Krallen, spielt
Noch ein Weilchen mit euch,
Vergißt euch und bleibt.'

Bugwelle said...

@man kann ja trotzdem ein Gefühl für dessen Eigenschaften entwickeln, bzw. das Verhalten unter bestimmten Gegebenheiten.

Als Kind spielte ich öfters mit dem Leiterwagen der Nachbarin. Er hatte zwei Achsen, wobei die vordere Achse mit der Deichsel fest verbunden war. Es wa ein Leichtes, beim Ziehen eine Richtungsänderung vorzunehmen. Das Rückwärtsschieben war jedoch eine große Herausforderung. Das selbe Gefühl empfinde ich bei dieser Aufgabenstellung und ich werde das Gefühl nicht los, die Lösungstechnik könnte auch so erfolgen. Einen schönen Palmsonntag!

rückwirkung said...

@or-om
schön

zeilinger said...

@or-om danke fürs weiter mitmachen. Danek auch für die Behauptung, ich sei Konstruktivist. Hiezu meine Klarstellung: Bin ich nicht, absolut nicht

zeilinger said...

Wachsen die Bäume wirklich, wenn man nicht hinsieht? Erinnert mich an eine berühmte Einstein Story. Einstein zu Bohr: Glauben Sie wirklich, dass der Mond nicht da ist, wenn keienr hinsieht? Bohr: Beweisen Sie mir doch das Gegenteil.

Ich weiss übrigens nicht, ob diese Geschichte echt ist oder eine moderne Saga. Weiss das jemand da draussen?

Anonymous said...

@Mond-Zitat
Gemäß Mermin [1] sollte es sich im Erinnerungsartikel von Pais finden [2]. Beim Überfliegen habe ich es jedoch nicht wiedergefunden; demgemäß hat Einstein es aber eben zu Pais gesagt. Der Artikel [2] ist auch dahingehend zu empfehlen, als dass er aufzeigt, dass Einstein "paradoxerweise" mehr zur Quantentheorie beigetragen hat, als zu irgendeinem anderem Gebiet.

@Sprache
Definiere ich einen Begriff wie "Teilchen" über seine Eigenschaften (Ort, Impuls), so ist schon klar, dass in der Quantenmechanik diese keine simultane Realität haben können. Demgemäß unterscheidet sich der quantenmechanische Begriff bzw. Vorstellung eben von der klassischen. Es ist halt die Frage, ob ich dann noch von einem Teilchen sprechen sollte. Denn das Konzept ist offensichtlich anders und die Verwechslung von beiden führt zu paradoxen Ergebnissen (wie z.B. dass beim Doppelspalt-Experiment das Teilchen quasi beide Wege nimmt [was aber für sich genommen nicht direkt beobachtet wird])
In diesem Sinne
Euer Gernot
---
[1] http://qt.tn.tudelft.nl/~lieven/qip/extra/mermin_moon.pdf
[2] http://prola.aps.org/abstract/RMP/v51/i4/p863_1

umgekehrtesgegenteilchen said...

@wachsendem Baumblumenkatzengeist:
ja wenn ich zweimal hinsehe, dann ist er anders,(bzw. ich bin anders) vorausgesetzt ich merke mir das erste mal.
Somit ergibt sich der Gegenbeweis: Wenn ich nur einmal hinsehe ist er nicht da.
Das ist zawr ncoh nciht kequsneonet zu Edne gdcehat, aebr früs etsre rcieths ):-

Anonymous said...

einmal ist keinmal

Wellensalat said...

Ohne Zeit keine Wirklichkeit?

Wellensalat said...

Versagen bezeichnet das Nichterfüllen von Anforderungen.

In der Technik wird üblicherweise durch Dauerbelastungen unter erschwerten Bedingungen das Versagen von Maschinen, Geräten, Baugruppen und Einzelteilen absichtlich herbeigeführt, um die zu erwartende Lebensdauer eines Produkts zu ermitteln. Ein unerwartet frühes Versagen stellt einen Fehler dar und erfordert Verbesserungen, ein unerwartet spätes Versagen führt in der Regel zu Einsparungen bei Werkstoffen, Konstruktion und Produktion.

@Wenn wir also akzeptieren, dass bei Quanten unsere Sprache versagt, worüber können wir dann sprechen?

Ich bin überzeugt, dass die Sprache der Schlüssel ist und das indirekte Formulieren aus mehreren Richtungen um die Wildkatze in die Enge zu treiben und am Genick packen zu können. Vielleicht müssen wir an der Sprache arbeiten.(Etymologie zB.) Was sagt der Instinkt? Und wie kann sich eine Katze selber fangen?

Hosch said...

@Gernot
Klar führt es zu einem Widerspruch wenn ich den Begriff mit der Definition aus einem anderem Gebiet verwende.
Die Frage "Ob ich dann überhaupt noch von einem Teilchen sprechen sollte" stellt sich ja an sich nicht. Denn ein Teilchen ist genau das, als was wir es definieren(mal ganz davon abgesehen ob diese Definition dann sinnvoll ist). Natürlich kann es (zur offensichtlichen Abgrenzung) sinnvoll sein, einen ganz anderen Namen zu wählen. Aber dem Namen alleine wohnen ja noch keine Eigenschaften, bzw. Bedeutungen inne, die bekommt er zugeschrieben. Von dem her wärs vollkommen egal wie man das dann nennt.

Anonymous said...

*Ja*, ich wollte nur darauf hinweisen, dass eine Aussage wie "Ein Teilchen ist immer an einem betimmten Ort, auch wenn wir ihn nicht kennen. FALSCH" erst dadurch fremdartig wird, als dass wir i.a. mit dem Begriff "Teilchen" die Eigenschaft "Lokalisiertheit" verbinden. Wenn ich jedoch an letzterem festhalten will, kann ich eben den Umkehrschluss tätigen, dass ich in der konkreten Situation eigentlich kein Teilchen habe (weil das Objekt nicht die Eigenschaft erfüllt). Dies erscheint mir als legitime, wenngleich unanschauliche Lösung des vermeintlich-paradoxen Sachverhaltes.
In diesem Sinne
Euer Gernot

pusitz said...

wenn man die absicht hat, über eine katze zu sprechen.

Hosch said...

@Gernot

Da kann ich jetzt nur zustimmen :)

lg

Anonymous said...

Hab mir vor einer halben Stunde darüber den Kopf zerbrochen und mir gedacht, dass vielleicht die Lösung in der Luft liegt...
10 Minuten später habe ich dann einen großartigen Regenbogen gesehen...
netter Zufall
P

gegenteilchen said...

zur Erläuterung des obigen Buchstabendurcheinanders: Vor zwei Jahren habe ich folgenden Artikel aus der Zeitung ausgeschnitten:
Zitat Anfang
Apropos Schaldebutte und Pisetast
Von Standard-User Volker K. aus dem Netz gefischt:
Interessant:
Afugrnud enier Sduite an enier Elingshcen Unvirestiät ist es eagl, in wlehcer Rienhnelfoge die Bcuhtsbaen in eniem Wrot sethen, das enizg wcihitge dbaei ist, dsas der estre und lzete Bcuhtsbae am rcihgiten Paltz snid. Der Rset knan ttolaer Böldsdinn sien, und du knasnt es torztedm onhe Porbelme lseen. Das ghet dsealb, wiel wir nchit Bcuhtsbae für Bcuhtsbae enizlen lseen, snodren Wröetr als Gnaezs.
Danke, Herr K.
Zitat Ende
Deshalb bin ich sehr angetan von diesem Blog, weil wirklich jeder Kommentar ein Beitrag ist, der Sache auf die Spur zu kommen. Hoffentlich habe ich beim Abschreiben keinen Fehler gemacht... :)))

pusitz said...

nochmals genau die frage gelesen: die primäre eigenschaft von sprache ist es gerade über dinge, zustände, ereignisse etc. sprechen zu können, die räumlich und zeitlich vom sprecher/schreibenden entfernt sich befinden bzw. passiert sind. gerade dies ist das primäre charakteristikum von sprache. warum sollte man nicht über eine katze reden können, wenn man die augen geschlossen hat? es ist wie wenn ich jemandem von meiner katze zu hause erzähle, oderr?

or-om said...

Zeilinger hat gesagt: or-om danke fürs mitmachen. Danke auch für die Behauptung, ich sei ein Konstruktivist. Hiezu meine Klarstellung: Bin ich nicht, absolut nicht.
Warum meinen wir AZ sei ein Konstruktivist? AZ meinte in einer Sendung Delta des 3SAT, dass Einsteins Auffassung, wir könnten unsere Erkenntnisse über die Welt mit dieser vergleichen, nicht haltbar sei. Und in Einsteins Schleier gibt es klare Hinweise auf den konstruktivistischen Ansatz. Wir fassen zusammen:
Wir können das Bild, das wir uns in der Beobachtung gemacht haben, niemals mit der Wirklichkeit außerhalb unser vergleichen, wir können nicht feststellen, ob unser Bild dem entspricht, was außerhalb unser ist, denn wir kommen niemals hinaus zu den Dingen, wir können nur verschiedene, in verschiedenen oder gleichen Begriffssystemen gewonnene Bilder in uns miteinander vergleichen.

Es wäre sehr wichtig, allen theoretischen Physikern diese Überlegungen näher zu bringen. Wenn daher Zeilinger (Einsteins Schleier, S. 216) meint, die Naturgesetze dürften keinen Unterschied machen zwischen Wirklichkeit und Information, dann meint er damit: Wir haben es immer nur mit unseren Informationen über die "unzugängliche Wirklichkeit" zu tun, eine echte Relation zur "Wirklichkeit" können wir nicht herstellen, daher können wir unsere Information, unsere Konstruktion der Wirklichkeit, mit der "Wirklichkeit" gleichsetzen. Das ist zweifelsohne eine bereits seit langem etablierte Erkenntnisschule (Für Blogger, die sich einlesen wollen hierzu in Wikipedia Varianten des Konstruktivismus und vor allem als Einleitung etwa: http://www.autopoietische-systeme.de/Essay_Reise_zum_Konstruktivismus_Harald_Wasser.pdf

Die Quantenphysik hat bekanntlich eine Mehrzahl theoretischer Interpretationen erfahren (Zeilinger, Einsteins Schleier S. 145 ff.), die hier wegen des hohen spekulativen Anteils in der modernen Physik erwähnt seien: Viele-Welten-Interpretation, Quantenpotential, Varianten der Reichweite der Superposition, Kopenhagener Interpretation. Schon zwischen diesen besteht trotz bestimmter gleicher Ausgangsbedingungen keine inhaltliche Kompatibilität.

Kann die moderne Physik aus diesem Korsett unserer Relativitätstheorie der Naturerkenntnis, aus diesem Käfigen der Illusion (z.B. RT, QT, STT, VT) ausbrechen, oder müssen wir uns mit jenen Begrenzungen begnügen, in die uns die Physiker selbst in einer Art Bescheidenheit einweisen. Die Grundlagen einer nicht relativen sondern absoluten Naturerkenntnis kann nur dann gefunden werden, wenn es absolute und unendliche Essentialität (als absolutes Sein) gibt, und dieses auch dem Menschen erkenntnistheoretisch begrifflich zugänglich ist. Dass dies grundsätzlich möglich ist, versucht die Gruppe Or-Om aufzuzeigen. in einem folgenden Eintrag zu Enzensbergers Katze und seiner Kritik des Strebens nach Unendlichkeit werden wir wieder nur serh vereinfacht Grundgedanken anreisssen.

Bitte AZ bedenken Sie bereits hier das Problem, dass wir unmöglich die oft erforderlichen subtilen Analysen, die hier erforderlich sind, in kurzen Blogvermerken unterbringen können. Wie soll das gelöst weren,ohne dass der Dialog sehr sehr reduziert wird.
Nun wäre es erforderlich, dass AZ umreißt, welche erkenntnistheoretische Position er genau einnimmt.

or-om said...

Rückwirkung hat gesagt: or-om sehr schön.

Wir wissen nicht, ob rückwirkung *unsere* Gedanken oder das Gedicht von *Enzensberger* über die Katze schön findet. Aber zur Klarstellung: Wir sind überhaupt nicht der Meinung Enzensbergers, sondern halten seine Position für sehr naiv. Unten werden wir versuchen, in vereinfachter Form und KURZ unseren Standpunkt anzudeuten. Jetzt aber wieder für alle Blogger ein Gedicht, wieder von Enzensberger über die Probleme der Unendlichkeit, die für Mathematik, Logik, Sprache und auch Physik so groß sind. Das Unendlichkeitsproblem hat bekanntlich auch seit CANTOR zur ungelösten Grundlagenkrise der Mathematik geführt.

Von den Vorzügen der Endlichkeit

Mit dem Unendlichen ist nicht gut Kirschen essen.
Wer sich darauf einlässt, dem schwindelt;
Er schwindet, indem er die Wahrheit sagt.
Armer Achill, unerreichbare Schildkröte!
Dass es nicht aufhört das Unendliche,
Dabei bleibt es ja nicht. Grad hat es
Unendlich viele, mächtiger als der eine
Der andere, von Aleph null bis Aleph unendlich.
Das hat, bevor er im Irrenhaus starb,
Der arme Cantor bewiesen, und einer
Der sich noch besser darauf verstand,
Gödel aus Brünn - am Ende aß er nichts mehr,
Und wie ein Fötus zusammengekauert
Ist er verhungert auf seiner Matratze.

Wir kommen zurück zu unserer Frage aus dem Eintrag mit der Katze Enzensbergers vom 1/4/07 7:02: Können wir zur "Quelle" gelangen, in der die Welt und unsere Bewusstseinskonstrukte von den Sinneseindrücken von der Welt enthalten sind, also erkennen, wie die Welt jenseits der Strukturierung, die wir ihr in unseren Konstrukten geben, "wirklich" strukturiert ist?

Wir stehen am Anfang eines Diskurses: daher der Versuch einer verkürzten Darstellung anhand einer Figur:

Da die Figur im Blogger nicht eingelesen werden kann, findet sich dieselbe unter http://or-om.org/zeilinger1.htm .
Diese Figur hat weder Cantor erkannt, noch Enzensberger, der uns zur Bescheidenheit im Endlichen anleiten will. Die unendliche und absolute "Quelle", in der alles Endlichkeiten (und damit auch die endlichen Bewusstseinskonstrukte der Menschen) enthalten sind, ist die Linie (1) als "o" bezeichnet. Man kann sie auch als Höchste Zahl (unendliche und absolute Eins) und damit die Basis der Mathematik betrachten oder als höchstes Axiom der Logik.

Die Linie (2) ist die erste innere Ableitung oder innere Stufe und besteht aus den zwei und NUR zwei noch unendlichen Teilen i und e. Diese Stufe fehlt in der derzeitigen Mathematik ebenfalls.

In der zweiten inneren Gliederung, (Ableitung, Stufung) besteht die Linie (3) aus unendlich vielen Linien a1, a2, a3 usw. die entweder nur auf i nur auf e oder auf beiden liegen. (Gedankenexperiment: wie kann man diese Figur anhand einer Fläche und nicht wie hier anhand einer Linie darstellen? Wie viele innere Stufen gibt es in diesem Fall?)

Die Figur können wir auch als Metapher für die Bewusstseinskonstrukte der Erkenntnis der Menschen benützen. Alle bisherigen physikalischen Theorien bewegen sich in endlichen Bereichen (a1, a2, a4325) der Linie (3). Weder die moderne Mathematik, noch die moderne Logik noch die Theorien der modernen Physik akzeptieren die Linie (1) und die Linie (2). Wenn es aber diese beiden Linien gibt, dann können Mathematik, Logik (und auch Sprache) sowie auch die Physik auf neue Fundamente gestellt werden. Dann werden Cantors psychische Krisen und Goedels Leid an der mathematischen Logik geheilt werden können. Soviel für heute als Angebot!

baumschüler said...

@Mond
Die Aussage ist plausibel.
Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
Bei der Geburt bin ich ein unbeschriebenes Blatt. Das Leben hinterlässt in mir Spuren, formt meinen Geist. Durch die Fähigkeit zur Reflexion können sich diese Spuren vertiefen oder wenn sie nicht weiter gegangen werden, verschwinden wie ein Zeichen an einem Sandstrand. Ein ungeschriebenes Zeichen ist nicht Teil meiner Wirklichkeit. Ein Mond der nicht gesehen wird existiert für das Erste nicht. Daher die logische Frage nach dem Beweis. Jeder Baustein(jedes Teilchen)zur Erkenntnis existiert bereits, ist aber nicht Teil(chen)unserer Erkenntnis (von uns). Genauso wie Literaten manchmal sagen, dass das Buch bereits geschrieben war und nur zu Papier gebracht werden musste.(Beweis)
P

Anonymous said...

Geist und Materie scheinen einander Form geben zu können?
P

Rückwirkung said...

Schön, weil der Begriff der Quelle ins Spiel gebracht wird...
Schön, weil Poesie/Lyrik Assoziationen schaft auf die man als Vernunftbegabter ABC Denker selten kommt.
Ein bißchen Naivität kann uns in der Diskussion nicht schaden... Kinder Spielen und lassen so der unbewußten Welt ihren Lauf. In diesem Fall ist es halt das Spiel mit Worten
Schön, weil Sonnenlicht dem Wachstum nicht abträglich ist... :)

rückwirkung said...

Anknüpfung vergessen...der Text davor ist die Antwort auf die Frage von or-om.

ujm said...

gleich JETZT vielleicht?

Wellensittich said...

Gute Frage!

Alzheimerpatient said...

da ich vor meiner Erkrankung noch nie eine Katze gesehen habe, kann ich darüber auch nicht sprechen. Da ich alles nach wenigen Sekunden vergesse, lebe ich im Jetzt. Zum Glück habe ich noch die Erinnerungen vor meiner Erkrankung um mich in dieser Welt zurechtzufinden, ansonsten wäre ich verloren. Alles was zwischenzeitig passiert ist, gibt es für mich nicht. Neues sehe ich immer wieder das erste Mal. Ich kann auch nicht sagen wie viel Zeit in der Zwischenzeit vergangen ist. Welche Zeit sollte denn vergangen sein und woran erkenne ich das? Ich werde nur nervös, wenn etwas aus der Zukunft auf mich zukommt und ich nicht mehr weiß, was es ist.
Den Mond habe ich das letzte Mal vor meiner Erkrankung gesehen...
P für P

or-om said...

Nachtrag zu Eintrag or-om vom 1/407 23:41

Bitte um Mitteilung, ob es doch möglich ist, _im Blog selbst Grafiken einzulesen_ und wie das geht. Wir wollen den Regeln entsprechend Links auf "eigene" externe Websites vermeiden. Danke!

photon said...
This comment has been removed by the author.
Anonymous said...

@Mond-Zitat
Abraham Pais berichtet in seinem Buch "Subtle is the Lord":
"Es muß um 1950 gewesen sein. Ich begleitete Einstein auf dem Weg vom Institute for Advanced Study nach Hause, als er plötzlich stehenblieb, sich mir zuwandte und mich fragte, ob ich denn wirklich glauben würde, der Mond existiere nur, wenn ich auf ihn blicke."
So zu finden in "Einstein: Das neue Weltbild der Physik" von Silvio Bergia aus der Sonderheftreihe "Biographie" von Spektrum der Wissenschaft, 1998.
Gruß
Andrea