Monday, April 14, 2008

Wheeler Nachruf

bei New York Times

18 comments:

Norbert said...

Zitate aus Times

Their relationship was renewed when Bohr arrived in 1939 with the ominous news of nuclear fission. In the model he and Dr. Wheeler developed to explain it, the atomic nucleus, containing protons and neutrons, is like a drop of liquid. When a neutron emitted from another disintegrating nucleus hits it, this “liquid drop” starts vibrating and elongates into a peanut shape that eventually snaps in two.

Die Tropfen-Theorie stammt doch von Lise Meitner und O.R.Frisch? Die Bezeichnung Fission hatte der Biologe James Arnold dem Frisch vorgeschlagen.

Norbert said...

Zitata aus Times

One particular aspect of Einstein’s theory got Dr. Wheeler’s attention. In 1939, J. Robert Oppenheimer, who would later be a leader in the Manhattan Project, and a student, Hartland Snyder, suggested that Einstein’s equations had made an apocalyptic prediction. A dead star of sufficient mass could collapse into a heap so dense that light could not even escape from it. The star would collapse forever while spacetime wrapped around it like a dark cloak. At the center, space would be infinitely curved and matter infinitely dense, an apparent absurdity known as a singularity.

Stammt die Kollapstheorie nicht von Subrahmanyan Chandrasekhar?

Norbert said...

Zitate aus Times

This kind of thinking frustrated Einstein, who once asked Dr. Wheeler if the Moon was still there when nobody looked at it.

Waren das nicht Einstein und Bohr?

Glaub keiner Zeitung und wenn es die NYT ist ;-)

Andrea said...

@ Flüssigkeitströpchenmodell

Nach meiner (leider viel zu kurzen) Lise-Meitner-Biographie von Lore Sexl/Anne Hardy stammt das Flüssigkeitströpfchenmodell von George Gamow. Meitner hatte es 1933 in ihrer Vorlesung behandelt. Zusammen mit Frisch hat sie es erweitert- beim Schneespaziergang im Dezember 1938 in Kungälv.

@ Mond-Zitat

Ich habe mal gelesen (und hier geschrieben, 4.4.07, 8:33 in „Katze und Sprache, eine Frage“ a. E.), daß es Einstein und Abraham Pais waren; keine Ahnung, ob es stimmt.

Norbert said...

@andrea
Ja, beim Schneespaziergang. So steht es auch beim Robert Jungk drin.

Das Zitat vom Feynman glaube ich unbesehen, war ja selber eine verrückte Type.

Andrea said...

Das Feynman-Zitat hat mir auch Spaß gemacht; eine gewisse Portion Verrücktheit schadet gar nicht. Wieviel oder wie wenig ist dran am vielzitierten „Genie und Wahnsinn“? Geht wohl auf Seneca d. J. zurück: "Nie hat es einen großen Geist ohne eine Beimischung von Wahnsinn gegeben."
Artikel hierzu von Judith Rauch: „Genial daneben“ in "bild der wissenschaft online", Heftarchiv, Ausgabe: 01 / 2005
(Link in unsichtbarer, aber wahrscheinlich vorhandener Überlänge)
http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/archiv/show.php3?id=5991&nodeid=2&p=preis2
(Link aufgeteilt, nach Kopieren und Einsetzen muß aber „%20“ entfernt werden)
http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/
bdwlive/archiv/show.php3?id=5991&nodeid
=2&p=preis2

peter said...

@Genie und Wahnsinn &
artikel bild-der-wissenschaft.de

Es entbehrt wohl nicht einer gewissen makabren Ironie des Lebens, dass John Nash paranoid schizophren war und für das Nash Gleichgewicht weltberühmt wurde...

peter said...

@ Genie und Wahnsinn

Das erinnert mich an das "Geheimnis" großartiger (wahnsinnig guter) Parfums oder Weine.

Es heißt, und ich bin davon auch überzeugt, dass großartige Parfums und Weine erst durch einen Hauch von Mangel (Dissonanz, Fehler) das Potential zu wirklicher Größe (Schönheit)haben. Ich verwende dafür erst dann die Begriffe von Eleganz, Finesse und Schönheit. Das gilt meines Erachtens auch für die Musik.
So gesehen sollte wohl die "Weltformel" einen glitzekleinen "Fehler" in sich tragen.
: )
Aber vielleicht ist das eine zu "menschenlastige" Mutmaßung.

Andrea said...

Unter anderem beschäftigen mich diese zwei Dinge: zum einen Wheelers „participatory universe“, was mit „partizipatorischem Universum“ vielleicht nicht optimal übersetzt wäre. Ist damit „(teilweise) beobachterabhängig“ gemeint? Nach dem wenigen, was ich bisher herausgefunden habe, geht Wheelers Vorstellung offenbar sehr weit: Das Bewußtsein des Beobachters soll eine entscheidende Rolle dafür spielen, daß ein einzelnes Ereignis Wirklichkeit wird. Zum anderen denke ich über einen Satz aus der 3sat-Sendung „Ein körniges Weltall lässt den Quantenschaum brodeln“ (vom 9.4.) nach: “ Wenn man Raum und Zeit mit denselben quantenphysikalischen Konzepten beschreiben will wie man Teilchen beschreibt, müssen Raum und Zeit auch vom Beobachter abhängen.“ Ende der Durchsage. Was würde das genauer bedeuten? Bisher habe ich dazu noch nicht einmal Gedankensplitter, höchstens vereinzelte „Ideenquanten“, mit denen sich natürlich nichts anfangen läßt.

Anonymous said...

also die Aussagen in diesem Quantenschaumfilm lassen mich auch nicht los.

Vielleicht sind wir Menschen einfach zu groß. Wir gehen im Denken an die Sache heran als wollten wir mit bloßen Fingern das komplexe Uhrwerk einer Miniuhr zerlegen.

Hat denn ein Teilchen überhaupt drei Dimensionen?

Ist Bewußtsein nicht immer ein Zusammenwirken von vielen Teilchen?

Gibt es überhaupt einen Raum zwischen den beiden Orten zwischen denen sich die Welle bewegt?

Ich stelle mir das so vor, dass sich dieses Photonteilchen wie eine Zwiebelschale im Raum ausbreitet oder wie ein Kaugummiteilchen das man aufbläst, wobei alle (Schwester-)Teilchen in dieser Hülle miteinander (zeitlos) in Beziehung stehen. Und es kollabiert diese Hülle wenn an einem Punkt diese Hülle "gemessen" wird. Dabei entsteht (entladet sich) an diesem Punkt die Wirklichkeit. Viele Entladungspunkte ergeben ein Bild. Ich fürchte, ich hab soeben das Rad kommentiert.

peter

peter said...

Vielleicht ist das Zeitbewußtsein nur eine Aneinanderreihung von unendlich kleinen Zeiteinheiten. Und wir in der Wahrnehmung "aus Trägkeit" von einem Wellenberg zum nächsten springen. Die Wirklichkeit gleichzeitig geboren wird und stirbt. Für unseren "großen" Organismus ist das Zeitempfinden quasi Illusion.

Andrea said...

Und ich habe es einfach satt, noch dümmer durch die Welt zu stolpern, als es sein müßte; ich brauche endlich mal ein weiterführendes Buch, aber das ist leichter geschrieben als getan. Ich verspreche mir nichts davon, immer noch weitere populärwissenschaftliche Bücher zu lesen, zumal die meist nach dem bekannten Motto geschrieben sind: Jede Formel halbiert die Leser… Die manchmal auch noch mehrbändigen dicken Lehrbücher zur Quantenphysik haben widerum eine gewisse einschüchternde Wirkung. Es scheint, was den Schwierigkeitsgrad betrifft, keine „Mittelklasse-Bücher“ zu geben. Manchmal werden Skripten empfohlen, denen ich prinzipiell erstmal mißtraue. Trotz allem werde ich demnächst mal gründlicher auf die Suche gehen.

Es gibt übrigens ein T-Shirt mit dem Aufdruck: “What part of the quantum theory don’t you understand?”

peter said...

@andrea

Wo gibts das Leiberl?

Norbert said...

@andrea
".. müssen Raum und Zeit auch vom Beobachter abhängen..“

Ja eben, hatten wir doch schon. Unsere fernöstlichen Wissenschaftler nennen das Maya. Du solltest dich an den Dalai Lama wenden, ev. könnte AZ vermitteln, wenn er ihn das nächste mal trifft. Vielleicht bekommst du noch ein Auslandsstipendium für ein Studium an einer tibetanische Klosterhochschule. :)

zeilinger said...

@andrea
... müssen Raum und Zeit vom Beobachter abhängen... Ein Beipiel: Die Zahl der Dimensionen des Raums kann als etwas Messbares definiert werden. Etwa als Unterscheidbarkeit verschiedener Richtungen. Überlegen wir uns nun ganz kleine Abstände. Dann kann ich wegen der quantenmechanischen Unschärfe verschiedene Richtungen viel schlechter unterscheiden. Das sollte aber nicht nur eine Ausssage darüber sein, was man messen kann, sondern darüber wie Raum aufgebaut ist.

peter said...

@zeilinger & Dann kann ich wegen der quantenmechanischen Unschärfe verschiedene Richtungen viel schlechter unterscheiden. Das sollte aber nicht nur eine Ausssage darüber sein, was man messen kann, sondern darüber wie Raum aufgebaut ist.

Also durchschnittlich gesehen gibt es Raum und Zeit, aber sehr punktuell? Durch den Beobachter entsteht Raum und Zeit.
Aber der Beobachter ist doch auch punktuell?
Ist mit Beobachter ein Messgerät oder ein Mensch gemeint?

Andrea said...

@ Zeilinger
Danke für die Antwort; als Aussage über den Aufbau von Raum (und Zeit) hatte ich es auch aufgefaßt. Dabei habe ich an die Loop-Quantengravitation gedacht, allerdings hatte ich in der wenigen (populärwissenschftlichen) Literatur, die ich bisher dazu kenne, nichts speziell zum Punkt „Beobachterabhängigkeit“ gefunden. Muß jetzt erst mal denken.

@ Peter
Das oben erwähnte T-Shirt gibt es hier:
http://wgbhcollection.org/product/show/27958

Hier gibt´s noch viel mehr, dürfte auch leichter dranzukommen sein:
http://www.studentshirts.de/index/start

Habe vorhin noch etwas anderes Interessantes gefunden: ein neues Interview mit Eric Kandel (hat mir bei der Wiener Vorlesung am 30.05.07 gut gefallen).
http://www.gehirn-und-geist.de/artikel/947805

Außerdem wird am 24.04. um 21:00 in 3sat ein Gespräch u.a. mit Kandel und Wolf Singer gesendet.

peter said...

@andrea
vielen Dank für die Tipps...

http://www.studentshirts.de/products/schroedingers_cat

unbedingt Rückseite bzw. Register "Weitere Bilder" ansehen.

: )))